Trekking in Nepal - Around Anapurna


Trekking im Anapurna Nationalpark (20.3. -14.4.2003)
Von schneebedeckten Gipfeln, steinigen Gebirgswuesten und gefrorenen Seen, von lastenschleppenden Maennern, waeschewaschenden Frauen und verrotzten Kindern, von blutenden Eseln, riesigen Greifvoegeln und bruellenden Yaks, von wogenden Gerstenfeldern, reifen Orangen und bluehenden Rhododendronwaeldern will ich euch erzaehlen.
Unsere Reise um die Anapurnas, ein Massiv aus sechs Gipfeln, nimmt ihren Ausgang in Besisahar, einer kleinen Stadt mit staubigen Strassen, einer Reihe von Hotels und kleinen Geschaeften. Wir erreichen den Ort nach einer fuenfstuendigen Busfahrt von Pokhara und werden als erstes zu einem Checkpoint gerufen, wo wir unsere Trekkingpermits vorweisen muessen und alle Daten aufgeschrieben werden. Diese laestige Prozedur werden wir in den meisten groesseren Orten entlang des Weges ueber uns ergehen lassen muessen. Endlich koennen wir los und so tauchen wir gespannt in das Abenteur das vor uns liegt. Wir sind gut ausgeruestet mit Kocher und Toepfen, Reis, Linsen und Muesli. Ploetzlich braust ein Jeep an uns vorbei, ich sag noch, zumindest kann hier kein Bus mehr fahren...kaum ausgesprochen, kommt uns ein hochgelegtes Blechvehikel voll mit Nepalesen entgegen. Die Huegel um uns sind terrassiert, aber die Felder liegen noch brach. Der Fluss, den wir begleiten, schaeumt tuerkis-milchig zwischen schwarzen Steinen. Die Nacht verbringen wir in Sera, nur eine Stunde von Besisahar, bei einer Frau namens Sita. Wir duschen uns im Fluss (zum ersten und fast letzten Mal) und trocknen uns in der Nachmittagsonne.
Sera - Bahundanda. Am naechsten Morgen fruehstuecken wir in einem kleinen 'Gasthaus' entlang des Weges. Wir bestellen Milchtee und muessen ein Weilchen warten, bis der Wirt seine Kuh gemolken hat. Dann folgen wir immer dem Fluss, umgeben von Feldern. Auf der anderen Seite des Flusses springen Affen in den Baeumen.
In Bahundanda bekommen wir unsere erste Lektion: Wir ziehen in ein luxurioeses Hotel mit dem Namen Superb View und gehen dann in ein billigeres Gasthaus essen. Dafuer werden wir nicht gerade freundlich aus dem Hotel geschmissen, weil erwartet wird, dass man im gleichen Hotel isst wo man schlaeft. Das ist auch nachvollziehbar, denn das meiste Geld machen die Hotelbesitzer mit dem Essen. Allerdings hat uns das niemand vorher gesagt...
Bahundanda - Jagat. Jagat - Karte. In den naechsten Tagen treffen wir immer wieder die gleichen Leute entlang des Weges. Unter anderem einen Amerikaner und seinen Sohn, fuer die eine ganze Karawane an Traegern, ein Koch und ein Fuehrer arbeiten. Sie schleppen Campingequipment und Essen fuer den ganzen Trek mit. Ein Porter traegt oft mehr als 50 kg. Und das sind nur die Porter, die von Touristen angestellt werden. Viele andere knochenduerre Maenner werden per kg bezahlt, das sie in die Berge schleppen. Sie tragen Metallteile von Bruecken, Bier, lebende Huehner in Drahtkisten, Buttercracker und viele Luxusartikel fuer Touristen. Die Dinge sind in Koerben aus Bambus verstaut oder an Drahtroste geschnuert und werden mit einem Riemen um den Kopf getragen. Die anderen Traeger sind Esel und Maultiere, die von einem Eseltreiber mit Pfiffen, Schreien und Schlaegen von hinten angetrieben werden. Ein Esel traegt ca. 100 kg. Die Leittiere tragen schwere Glocken um den Hals, so ist eine sich naehernde Gruppe von Eseln unueberhoerbar. Am Abend werden ihnen die hoelzernen Tragegestelle abgenommen und dann sieht man die kreisrunden, blutigen Wunden an den Druckstellen. Dutzende Esel sind Tag fuer Tag unterwegs und daher begleitet uns staendig der 'Duft' ihrer Exkremente.
Wir kommen ins Gespraech mit den Amerikanern und werden schliesslich zu einem koestlichen Mittagessen eingeladen. Es ist eine Genuss nach all dem Dal Bhat (Reis, Linsen und Kartoffeln), Chowmin (Gebratene Nudeln) und den Chapatis (Brotfladen), die auf unserem taeglichen Speiseplan stehen.
Bisher fuehrte unsere Weg durch ein offenes Tal mit terrassierten Haengen und kleinen ineinandergeschachtelten Doerfern. Unter Strohdaechern werden Rinder und Bueffel gehalten, Ziegen sind in Nischen angeleint. Die Bauern bringen Farn und Zweige als Viehfutter aus den wenigen Waldstuecken. Heu und Stroh gibt es nur wenig, der Winter ist zu Ende, aber noch dauert es bis zur Ernte. Viele Felder sind noch nicht einmal bestellt. Aber in dieser Hoehenlage gibt es noch Bananen und ein paar Rhododendren mit roten Blueten.
Karte - Koto Qupar. Am fuenften Tag verlassen wir fruehmorgens unser wunderschoenes Quartier mit Fenstern zu drei Himmelsrichtungen und Blick auf eine Haengebruecke. Zuerst hab ich das Gefuehl keinen Schritt mehr gehen zu koennen, aber es bessert sich und wir steigen an diesem Tag von 1850 auf 2600 m auf. Das steilste Wegstueck fuehrt durch eine enge Schlucht, ein unglaublicher Wasserfall stuerzt in sie hinein, und endet in einem kleinen Ort. In einem Teehaus essen wir unser erstes tibetisches Brot. Dieses Brot wird in Fett herausgebacken und schmeckt warm einfach himmlisch. Teehaeuser gibt es an allen Ecken und Enden, oft dort wo man nichts erwartet. Davor gibt es entweder eine Steinmauer oder Holzbretter, die eine Stufe in huefthoehe bilden. So kann man bequem seinen Rucksack abstellen.
Hoeher und hoeher geht es hinauf. Die Landschaft aendert sich rasch, Rhododendron und andere Laubbaeume werden von Pinus abgeloest. Die Foehren werden geschlaegert und auf mannshohen Geruesten von jeweils zwei Maennern haendisch in Bretter zersaegt. Unsere Nasen werden von dem Duft nach frischem Nadelholz verwoehnt, der den Geruch nach Eselmist ueberdeckt. Zu unserer Linken liegt ein Gletscherbuckel ueber einem runden Berg aus glattem Fels. Das Grau geht nahtlos ins Weiss ueber, kein Riss ist sichtbar ueber den jemals ein Kletterer diesen Berg haette bezwingen koennen.
In einem kleinen Ort bleiben wir ueber nacht und sind mit einer schraegen Deutschen die einzigen Gaeste im Hotel.
Koto Qupar - Dhukure Pokhari. Auf pinusnadelbestreuten Wegen wandern wir federnd dahin, der milchige Fluss unter uns, gegenueber auf der Schattseite Schneereste des Winters. Bei einer Quelle, die direkt aus dem Berg stroemt, packen wir zum ersten Mal unsere Kochtoepfe aus. Ich muss sagen, beruehmt wurde das Essen nicht... Der Abend wird kalt und ich habe alles an, was ich mitgenommen habe. Dabei sind wir erst auf 3000m, wie wird es auf 4000 und mehr werden?
Dhukure Pokhari - Ghyaru (3670). Was fuer eine Landschaft! Die Anapurnas begleiten uns heute den ganzen Tag, zuerst von Wolken bedeckt, dann strahlend weiss in der Sonne. Wir nehmen einen Weg parallel zur Hauproute, der uns hoeher hinauf fuehrt und somit weg von den meisten Touristen. Vor dem Aufstieg zu Gyaru kochen wir im Schatten von ein paar Foehren. Wir kochen und kochen. Nach einer Ewigkeit sind die Linsen und der Reis immer noch nicht durch. Kein Wunder, dass die Leute hier ueberall Druckkochtoepfe verwenden. Mit schweren Baeuchen machen wir uns dann an den Aufstieg. Schritt fuer Schritt, das ist eine wahre Geduldsprobe. Der Pfad schlaengelt und schlaengelt sich endlos. Aber dafuer steigen wir immer weiter ueber die Landschaft unter uns. Aus dem milchigen Fluss wird ein silbernes Band. Die Hauptroute ist ein brauner Strich in der Bergflanke gegenueber. Um uns ist eine Wueste aus Stein und nur die Strommasten, die mit uns den Berg erklimmen, versprechen uns ein Dorf irgendwo dort oben. Die Stromkabel begleiten unseren ganzen Weg um die Anapurnas, manchmal von Masten gehalten, die so niedrig sind, dass man auf einem Pferd sitzend lieber nicht die Hand nach oben ausstreckt. Der Wind reisst an unseren Kappen und blaest uns Staub ins Gesicht. Auf den nackten Flaechen um uns herum sind in regelmaessigen Abstaenden Dunghaufen ausgebracht - also sind diese Geroellhalden Felder?! Und wirklich 'grasen' hier auch Rinder und langhaarige Ziegen. Die Ziegen graben nach Wurzeln und hinterlassen so noch mehr Angriffspunkte fuer Erosion.
Heute Abend versammeln sich alle um den gluehenden Ofen, der mit kostbarem Holz befeuert wird. Dann vergraben wir uns in unsere Daunenschlafsaecke bis zum Morgengrauen.
Gyaru - Ngawal.
Die Morgensonne beleuchtet weisse Berge und wir lassen uns Zeit zu schauen und zu geniessen. Heute haben wir nur eine kurze Etappe, denn wir wollen zwecks Akklimatisation auf gleicher Hoehe bleiben. Gleich nach dem Ort kommen wir an mehreren Manimauern und kleinen Stupas vorbei. Frauen haben rauchige Feuer aus frischen Zweigen angezuendet und umrunden mit einem fremden Singsang die Mauern - beobachtet und bewacht von den weissen Bergen. Stumm gehen wir vorbei.
Ein maechtiger Greifvogel gleitet unter uns vorueber, fast koennen wir seine Fluegel beruehren.
In Ngawal steigen wir auf 4000 m zu einer Stupa. Ein starker Wind weht und bringt die Gebehtsfahnen zum Knallen. Hoeher und hoeher wuerde ich am liebsten wandern bis ich hoeher als alles andere bin, aber die Demut und den Respekt vor diesen maechtigen Bergen sollte man nicht verlieren. Schon die 4000 m haben mir zu schaffen gemacht und ich falle todmuede ins Bett.
Ngawal - Manang (3540). Heute wache ich sehr frueh auf und klettere von der Hotelterrasse die Leiter hinunter in den Stall, wo Rinder und Yaks zeitweise hausen. Niemand ist zu sehen, nur eine Herde von Yaks steht versammelt neben unserem Haus und kaut ein paar Strohhalme. Sie haben alle Farben, weiss, gescheckt bis schwarz, und schauen mit ihren pelzigen Baeuchen und buschigen Schwaenzen einfach einzigartig aus. Ich beobachte die Berge, wie sie sich langsam rot faerben.
Heute leitet uns der Weg zurueck ins Tal. Am ersten Bach, der unseren Weg kreuzt, wasche ich meine Socken und sehe erst danach, dass ein paar Meter entfernt ein totes Pferd liegt. Tierleichen gibt es nicht selten, oft mitten im Dorf und nahe Wasserlaeufen.
Wir erreichen den Talboden nach einem schweigsamen Marsch durch einen lichten, sonnendurchfluteten Wald. Wir kommen nach Praga und dieses Dorf bereitet uns ein herzliches Willkommen: Die Sonne scheint. Eine Herde junger Ziegen springt um uns herum - diese witzigen, winzigen, pelzigen Bergziegen mit unterschiedlich geschwungenen Hoernern und mit roten oder blauen Wollbuescheln im Ohr zur Markierung.
Das Tal ist flach und weit und der Fluss maeandert durch ein breites Schotterbett, dass er bei Monsun wahrscheinlich ganz ausfuellt. Es gibt kein Gruen, ausser das staubige Gruen vereinzelter Nadelbaeume, aber dennoch weiden hunderte Tiere hier: Pferde, Yaks, Schafe und vor allem Ziegen. Die Talflanken sind stellenweise von gelbem Sandstein gebildet, in die emmentalerlochartig Hoehlen gegraben worden sind.
Wir erreichen Manang, ein Knotenpunkt des Tourismus, voll mit luxurioesen Hotels (d.h. warme Duschen, Klo im Zimmer und entsprechende Preise), Geschaeften, sogar Kinos gibt es und Internet! Trotzdem befinden wir uns mitten in den Bergen, zu Fuessen von Siebentausendern. Ich muss zugeben, wir genossen den Luxus von frischem Brot, Wasser soviel wir brauchten und Kino (!). Im Kino sitzt man auf Holzbaenken bedeckt mit Ziegenfellen und ein rauchiger Ofen bemueht sich Waerme ins Zimmer zu bringen. Bei Stromausfall wird ein Generator angeworfen.
Wir beschliessen einen Tag zu bleiben und eine der vielen Moeglichkeiten fuer einen Tagesausflug zu nuetzen.
Manang - Ice Lake (4600) - Manang. Der Weg zum Ice Lake ist nicht leicht zu finden und so hetzen wir einer Gruppe hinterher, die mit einem Guide unterwegs ist. Es stellt sich heraus, dass es eigentlich gar keinen Weg gibt... und sehr weit oben kennt sich der Guide auch nicht mehr aus. So irren wir ueber die teilweise schneebedeckten, sonst mit Gras bewachsenen Haenge, was auf dieser Hoehe fuer mich sehr anstrengend wird. Wir steigen langsam auf eine Kuppe und ploetzlich sehen wir zwei Seen unter uns, zugefroren mitten in Schneefeldern. Wir haben es geschafft!!! Die Kaelte erlaubt uns nur eine kurze Rast (niieee mehr ohne Handschuhe ueber 4000!), ausserdem ballen sich graue Wolken zusammen. Der Abstieg fuehrt uns nach Praga, dem huebschen kleinen Ort vor Manang. Wir erreichen Manang als die ersten Tropfen fallen und vom warmen Hotel aus beobachten wir ein paar duerre Pferde, die sich im Schneeregen zusammendraengen.
Manang - Kangsar. Wir wollen zum Tilichosee (4900) gehen, der zwischen den Gletschern des Tilichopeaks und eines anderen Berges eingebettet liegt. Auch soll uns diese Extratour noch besser auf den Pass vorbereiten. Auf dem Weg nach Kangsar holt uns eine Gruppe Porter ein, beladen mit Campingequimpent. Wir kommen mit dem Koch ins Gespraech und er erzaehlt uns, dass sie mehr als 10 Leute sind, die fuer zwei Franzosen arbeiten (genauso wie die Armerikaner). Sie haben vor den Tilicho-Pass zu ueberschreiten, eine Abkuerzung des Anapurna-Treks. Allerdings muessen sie dafuer auf dem Gletscher auf ueber 5000 m campen und dann ueber den noch immer verschneiten Pass bei Lawinengefahr und mit schweren Lasten. Es klingt verrueckt, und als wir dann die Franzosen kennenlernen, erscheint es noch verrueckter. Sie sind zwei alte Maenner, sicher ueber 70, aber anscheindend wirklich in Form...naja...wir machen eine leichtere Tour, und die sollte nicht leicht werden, wie sich heraustellen wird.
In Kangsar werden wir sehr freundlich von einer Frau aufgenommen, die ununterbrochen redet. Am Abend sitzen wir in der Kueche beim Ofen, was nicht ueberall selbstverstaendlich ist. In anderen Hotels liessen sie uns nicht einmal einen Fuss ueber die Schwelle zur Kueche setzen. So koennen wir uns am Feuer waermen, werden ein bisschen geraeuchert und beobachten die Frau beim Kochen. Der Ofen ist ein flaches Metallgehaeuse (die alten sind aus Lehm), das auf einer Seite eine Oeffnung hat, wo lange Holzscheite nach und nach hineingeschoben werden. An einer Wand der Kueche sind Bretter angebracht, auf der Blechteller und -tassen, Eisenpfannen und Lebensmittel aufbewahrt werden. Es gibt keine Arbeitsflaeche und alles wird auf dem kleinen Sims entlang des Ofens hergerichtet. Und alles ist furchtbar schmutzig.
Kangsar - Tilicho Base Camp (4200). Es gibt drei Wege zum Tilicho Base Camp. Der Niedrigste ist schattseitig gelegen und noch voll Schnee. Der Mittlere ist der kuerzeste, fuehrt jedoch ueber steile Geroellfelder und ist steinschlaggefaehrdet. Der Hoechste ist der sicherste, aber anstrengenste, weil er auf 4700m hinauffuehrt. Das Los entscheidet fuer den hoechsten Weg. Und waehrend wir ihn bezwingen, oder uns ihm unterwerfen - ich weiss nicht, wie es wirklich ist - sind wir uns einig, dass es auch der schoenste Weg ist. Wir sind allein unterwegs auf Haengen, die mit gelbem Gras bedeckt und nicht nackt erodiert sind. Ein kleines Hirtenzelt aus Leinenfetzen steht einsam da, dahinter ein weisser Gipfel. Voegel kreisen ueber uns, mit uns und unter uns. Eine Herde Thar, hellbraune steinbockaehnliche Tiere, ist vor uns auf dem Weg. Sie entfernen sich langsam bergaufwaerts. Als wir einen kleinen Bach ueberqueren, entdecken wir das nackte Skelett eines Yaks. Hoch ueber uns auf einer Spitze weht eine einsahme Gebetsfahne im Wind - dort muessen wir hin. Und dort veraendert sich der bequeme Weg ploetzlich, wir befinden uns auf einem Geroellfeld, das auf allen Seiten in die Tiefe rollt und nur zwei m2 fuer uns zum Rasten uebriglaesst. Es ist der atemberaubendste Platz, den wir jemals erklommen haben. Wir blicken nach Osten und sehen weit, weit ins Tal hinein, aus dem wir kommen - niedrige Bergketten in braunen Farbtoenen, ueberragt von den weissen Gipfeln. Ganz klein erscheinen die wuerfeligen Haeuser von Kangsar, und noch kleiner die von ferneren Doerfern. Wir koennten hier laenger bleiben, wenn ich nicht so gestresst waere angesichts des nur fussbreiten Pfades, der vor uns liegt. Nur wenige Meter sind sichtbar und dann verschwindet er scheinbar im Abgrund. Doch in Wirklichkeit fuehrt er uns auf das steilste Geroellfeld, das wir im Zickzack bergab rutschen. Immer wieder stoppen wir und blicken nervoes nach oben, von wo zeitweise Steine herabrollen. Unter uns liegt das kleine Quadrat des Tilicho Base Camps.
Ein frostiger Abend geht ueber in eine eiskalte Nacht. Die Steine in den Fluessen sind ueberzogen mit Eis, und das Tal ist bedeckt mit Raureif.
Tilicho Base Camp - Tilicho Lake. Kurz nach 6.00 brechen wir auf, finden zuerst den Weg nicht, der ueber ein Schneefeld fuehrt. Ich spuere noch die gestrige Anstrengung und das Bergaufgehen wird bald zur Qual. Wir haengen uns an eine Frau, die mit zwei Nepalesen unterwegs ist. Ihr Fuehrer nimmt sie an den kritischen Stellen an der Hand. Und bald hat er auch mich an der Hand, als wir Lawinenreste und schmale, abschuessige Geroellpfade an steilen Bergflanken queren. In meinem Kopf kreist nur ein Satz: Es soll nur aufhoeren, es soll endlich aufhoeren. Endlich erreichen wir eine kleine Fahne auf einer Kuppe, die vom heulenden Wind blankgefegt ist. Von dort queren wir hartgefrorenen Schnee. Der Wind weht uns brennende Eiskristalle ins Gesicht und blaest die letzte Waerme aus uns heraus. Jetzt haben wir das Weiss erreicht, das uns sonst nur von oben leuchtet - allerdings ist es das Ende des Winters, sonst waere der Schnee noch ferner (ueber 6000). Nach einer weiteren Ewigkeit (jeder Augenblick dauert eine Ewigkeit) erreichen wir den See, eine ebene Schneeflaeche unter uns. Wir stehen auf 5000 m. Im 'Windschatten' einer Stupa kauern wir uns auf den Boden und essen unsere ganze Schokolade auf. Meine Fuesse sind eiskalt, mir ist schlecht und ich will nur weg. Gleichzeitig nimmt die Wildheit und Schoenheit der Schneeberge den Atem. Als wir nach kurzer Rast aufbrechen kommen uns die Traeger der zwei alten Franzosen entgegen. Sie schleppen unglaublich viel, aber sie lachen als sie keuchend ihre Lasten in den Schnee setzen.
Tilicho Base Camp - Kangsar. Wir entscheiden uns fuer den mittleren Weg. Niemals koennten wir den steilen Geroellpfad bergauf gehen, auf dem wir gekommen sind. Am Fuss von Sandsteinformationen, die senkrecht in die Hoehe ragen, ergiessen sich die Geroellfelder in die Tiefe bis zum Fluss. Sie werden genaehrt von den erodierenden Felsen. Der Weg quert diese Geroellfelder, gibt manchmal nur eine Handbreit Halt und klettert dann zwischen festeren Felsen durch. Wir sind frueh unterwegs und bleiben daher von Steinschlag verschont.
Vor Kangsar ist eine Gebetsmuehle ueber einem Bach errichtet. Ein kleines Wasserrad treibt die Muehle an und sorgt dafuer, dass die Gebete staendig zu den Goettern gelangen. Doch als wir diesmal vorbeikommen, dreht sie sich nicht mehr. Die Zuleitung ist mit Steinen verstopft. Shahar versucht die Leitung freizumachen und es gelingt fuer kurze Zeit. In Kangsar verbringen wir den Abend an einem vertrauten Herdfeuer, schweigsam der Muedigkeit ergeben.
Kangsar - Gunsang. Wir brechen ohne Fruehstueck auf und sind halbverhungert, als wir in Old Manang ankommen. Dort essen wir Fruehstueck aus fettem Tibetischen Brot. Ich lade ein paar schwere Sachen aus Shahars Rucksack in meinen, weil er Rueckenschmerzen hat. So quaele ich mich mit ueberladenem Bauch und Rucksack dahin. Shahar leidet unter seinen Rueckenschmerzen. Heute ist der vorletzte Tag vor dem Pass - wie sollen wir das schaffen? Im naechsten Ort bleiben wir und verordnen uns einen halben Tag In-der-Sonne-Sitzen, Lesen, Schlafen und eine Dusche mit warmem Wasser aus einem sauberen (!) Kuebel.
Gunsang - Thorung Phedi (4450). Wir starten in kaltem Graupeln, das den ganzen Tag anhalten sollte. Manchmal kommt die Sonne durch, aber die Berge sind von dichten Wolken eingehuellt. Das zuerst breite Tal wird enger. Vor und hinter uns sind viele Leute, man findet keinen Platz zum Pinkeln... Obwohl die meisten Leute schnell rennen, sind wir doch gleichauf, weil sie auch dauernd rasten. Wir ueberqueren den Fluss auf einer kleinen Holzbruecke, d.h. zuerst geht es steil hinunter, dann steil bergauf. Oben steht an passender Stelle ein Teehaus und wir essen eine Packung Kekse, um uns fuer die letzte Stunde zu staerken.
Thorung Phedi ist der letzte Ort vor dem Thorung La Pass. Hier stauen sich alle Leute, die den Anapurna Trek machen. Das Hotel ist voll und im Aufenthaltsraum wird gegessen, der Weg diskutiert und gespielt. Wir freunden uns mit einem netten deutsch-australischen Paar, Ursula und Juergen, an. Die grauen Wolken haben ihre Schleusen geoeffnet und weisse Schneeflocken tanzen dichter und dichter vom Himmel. Als es finster wird gehen wir durch knirschende 10 cm in unser Zimmer. Der Schnee, den wir hereintragen, bleibt ueber Nacht.
Thorung Phedi - Muktinath ueber den Thorung La (5416). Es ist noch finster als wir aufstehen, doch lang vor uns ist die erste Gruppe schon losgegangen. Wir gehen um 6.00 weg und sind ca. in der Mitte, vor und hinter uns sind viele Leute. Der Weg fuehrt im Zickzack einen steilen, verschneiten Hang zum Base Camp hinauf. Der Schnee hat einen Hauch von Rosa, doch die Sonne ist noch hinter den Gipfeln versteckt. Am Base Camp kommt sie heraus, blendet und brennt. Im gleissenden Schnee steigen wir Schritt fuer Schritt weiter. Es ist rutschig und als die Sonne, den Schnee aufweicht, wird es noch rutschiger. So verschieden ist dieser Tag vom Aufstieg zum Tilicho Lake - die Stille der Berge wird von den vielen Menschen vernichtet. Vor allem die Israelis schreien die ganze Zeit.
Ein paar Porter tragen unglaubliche Lasten, manchmal drei Rucksaecke. Wir kommen an einem aelteren Mann vorbei, der auf einem Stein sitzt und schwer atmet. Er wird in ein paar Minuten Blut spucken und tot sein. Eine Stunde Reanimationsversuche von ein paar Israelis und Deutschen sollten nichts mehr helfen. Aber das wissen wir noch nicht, als wir vorbeigehen - sehr langsam.
Um 10.30 erreichen wir den Pass. Ein Teehaus, Gebetsfahnen, der Ausblick auf die andere Seite. Der Pass begruesst uns mit Wind, der uns hinter das Teehaus verjagt. Wie ist es, angekommen zu sein? Schon auf dem Weg hat mich hie und da ein Lachen gepackt, so etwas Unglaubliches, was wir da schaffen. So gross ist die Welt und ausgerechnet hier sind wir in diesem Augenblick, am Fuss so hoher Berge, so maechtig, mit drohendem Eis behaengt. Nach einer halben Stunde machen wir uns an den Abstieg. Wir rutschen, laufen hinunter, dass mir schwindlig wird. Meine Fuesse laufen von selbst, ich hab fast keine Zeit ihnen zu sagen, wohin sie treten sollen. Weiter unten schmelzen die Schneefelder mehr und mehr. Geroell liegt frei, fast ebenso rutschig wie der Schnee. Bei einer Hausruine rasten wir. Ich sitze in der Sonne, vor mir steigt eine Felswand auf. Wenn ich den Kopf drehe, sehe ich ins Tal, ein braunes, trockenes Tal - das Braun von Tibet. Ganz fremd und wild ist dieses Tal, noch viel unwirtlicher als die Taeler von denen wir kommen.
Noch dauert es Stunden bis wir die Haeuser von Muktinath erreichen. Eine haessliche Mauer umgibt Tempel und Gebetsfahnen, was genau sich dahinter versteckt, werden wir morgen entdecken. Zuerst suchen wir uns ein Hotel mit gluehend heisser Dusche. Die Waesche lassen wir ueber Nacht auf dem Dach und in der Frueh ist sie gefroren. Den Abend verbringen wir im Haus an einem Tisch mit waermenden Kohlen darunter. Unsere Gesichter gluehen von der Sonne und von einer anregenden Unterhaltung mit einem Russen ueber Evolution und Kreationismus.
Muktinath - Kagbeni. Nach dem Fruehstueck schlendern wir zu den Tempeln, seehr langsam - jede Stufe kostet unmenschlich Energie. An der Strasse entlang verkaufen Frauen Schmuck und gewebte Guertel und Schuerzen. Ihr 'Have a look!' verfolgt uns die ganze Zeit. Wir betreten das Tempelareal und befinden uns ploetzlich im Schatten alter Baeume. Dieser Platz ist sehr heilig und bekannt fuer das ewige Feuer, das durch aus der Erde austretendes Gas genaehrt wird. Wir finden es in einem leeren Tempel, geschuetzt von einem engmaschigen Gitter. Auch das Wasser ist heilig hier und ergiesst sich aus vielen Oeffnungen in ein Becken.
Auf dem Weg nach Kagbeni, das an der Grenze zu Mustang liegt, kommen wir in starken boeigen Wind. Vor uns ausgebreitet liegt das Schotterbett des Flusses, dem wir nach Sueden folgen werden. Noerdlich liegt das 'verbotene' Mustang, das nur mit teuren Permits und mit einem Guide erforscht werden kann. Kagbeni ist ein reizvoller, verschachtelter Ort. Rinder und Ziegen werden vor dem kommenden Regen heimgetrieben und Transportesel ueber nacht in kleine Koppeln gesperrt. Eine maechtige Manimauer mit vielen Gebetsmuehlen bildet das Ende des Ortes, bis wohin wir erlaubt sind zu gehen.
Im Hotel gibt es einen Fernseher und wir erhalten die ersten Nachrichten ueber den Irakkrieg, der am gleichen Tag begonnen hat wie unsere Tour. Doch das Bimmeln der Glocken eines vorbeitrabenden Pferdes erinnert uns an unsere Gegenwart und wir ziehen uns zurueck um Tagebuch zu schreiben. Bei einem Glas Chang aus vergorener Gerste geht der Tag zu Ende.
Kagbeni - Jomsom. Wir naehern uns dem touristischsten Abschnitt unserer Wanderung. In Jomsom gibt es einen Flughafen und viele Leute fliegen hierher, um dann von Jomsom bergab nach Pokhara zu trekken. Dementsprechend ist das Angebot an teuren Hotels und Restaurants in Jomsom und wir haben Muehe etwas Billiges zu finden.
Jomsom - Khobang. Auch heute folgen wir dem schottrigen Flussbett, doch langsam vollzieht sich eine Veraenderung. Die vorher nackten Berghaenge bewalden sich mit dunklen Koniferen. Die Gerste ist schon hoch und gruen auf den Feldern und manche der vielen Obstbaeume stehen in Bluete. Entlang des Weges sind manchmal schattenspendende Weiden angepflanzt, die zartgruenes Fruehlingslaub tragen. Wieder packt uns der Wind am spaeten Vormittag, doch wir sitzen schon laengst in einem kleinen Dachgiebel des Hotels, als die ersten Tropfen fallen. Wir sehen unter schweren Lasten gebueckte Gestalten, Eselkarawanen, rotgekleidete Menschen auf dem Weg zu einem Festival in Muktinath und Reiter auf weissen Pferden im Flussbett dahinziehen.
Khobang - Ghasa. Wieder fuehrt uns der Weg ins Flussbett. Die Sonne brennt heiss, als wir zu Mittag ankommen. Von der Dachterasse aus ueberblicken wir vom Wind bewegte silbrige Gerstenfelder. Riesige Baeume schwenken ihre Aeste. Hinter dem Hotel steht eine einsame Palme. Am Abend kommen ueberraschenderweise Ursula und Juergen und wir verbringen einen lustigen und interessanten Abend mit Gespraechen ueber unsere und ihre Welt. Es ist so warm, dass wir ohne Zaehneklappern zaehneputzen koennen und ohne Socken in den Schlafsack kriechen.
Ghasa - Tatopani. Tatopani bedeutet heisses Wasser. Wir freuen uns auf die heissen Quellen, ohne zu ahnen, wie heiss der Tag werden wuerde. Es ist gruen um uns, Voegel zwitschern, bunte Schmetterlinge kreuzen unseren Weg.
Gelbgefluegelte Zikaden laermen in den Baeumen - eine andere Welt fern von Gebirgswuesten und Schnee. Die ersten Bananenstauden, ein Feigenbaum, leuchende Orangen entlang des Weges. Doch die Hitze ist drueckend und die zahlreichen Eselkarawanen blockieren haeufig den Weg. Einmal draengen uns die Esel fast den Berg hinunter. Seitdem bleiben wir bergseitig und warten lieber, bis sie uns passieren. Wir schwitzen und gluehen wie nie zuvor auf der Wanderung und ich steuere auf eine Rastbank im Schatten zu.
In Tatopani haben wir keine Lust mehr auf heisse Quellen. Nach einer kalten Dusche sitzen wir in einem bluehenden Garten unter Orangen- und Zitronenbaeumen und essen Salat und Pizza. Der schwuele Nachmittag laesst Gewitterwolken den Himmel verfinstern. Auf einmal bricht der Sturm los. Der Regen prasselt auf die Blechdaecher und wird zu laermendem Hagel. Die Hagelkoerner schlagen Fruechte und Blaetter von den Baeumen und bedecken in einer dicken Schicht den Boden. Spaeter sammeln wir Orangen und Zitronen und Etrog (heb., schaut aus wie eine riesige Zitrone). Die heissen Quellen sind nur drei Minuten vom Hotel und so gehen wir hinunter und setzen uns in eines der kleinen, betonierten Becken. Es ist so heiss, dass man sich fast verbrennt.
Ruhetag!!! Wir beschliessen, einen Tag in diesem paradiesischen Garten zu verbringen, und tun gar nichts ausser Lesen, Schreiben und Orangen essen.
Tatopani - Ghorepani. Was fuer ein Tag! 1500 m bergauf auf steilen Steinstufen. Es ist eine Wanderung durch einen Park von Menschenhand gestaltet. Felder, Baumgruppen, Felsen, kleine Blumen am Boden, Nussbaeume, Kirschbaeume, Mais, Gerste, Kartoffeln, Zwiebeln. An den feuchten Felsen waechst ueberall Lebermoos mit Brutbechern und Gametangienstaenden. Der letzte Wegabschnitt von Chitre nach Ghorepani fuehrt durch einen Geisterwald aus alten Rhododendronbaeumen. Die Rhododendren sind ueber und ueber voll mit rosa und roten Blueten und von Moosen und Farnen bewachsen. Das nahende Gewitter verleiht dem Wald eine gespenstische Atmosphaere.
Ghorepani - Poon Hill - Sitkyu. Mit Stirnlampen starten wir im Finstern hinauf auf den Poon Hill, der so beruehmt ist fuer den Ausblick, den man von seinem Gipfel geniessen kann. Im kalten Licht der Stirnlampe glitzert der Tau geheimnisvoll auf Blaettern und Steinen. Wir klettern durch einen Rhododendronwald. Bald leuchtet uns das erste Grau des Tages den Weg. Nach weniger als einer Stunde sind wir oben. Auf dem Gipfel steht ein Aussichtsturm und ein Teehaus mit Strohdach. Es wimmelt nur so von Leuten. Die Bergkette liegt noch im Schatten und wir warten zitternd auf einem Stein sitzend auf die Sonne. Bald werden die Spitzen in Morgenroete getaucht doch wir brechen auf bevor die Sonne den Dreitausender erreicht, auf dem wir stehen.
Hinunter von einem Berg und hinauf auf den naechsten. Aechz! Dafuer werden wir von einem gigantischen Ausblick belohnt. Huegel bedeckt mit bluehenden Rhododendren und wir sind mittendrin. Leicht geht es jetzt dahin im Feenwald, in einem Wechselspiel aus Licht und Schatten. Die Luft ist voll mit Vogelgezwitscher. Alles, sogar die kleinsten Baeumchen, ist mit Moos ueberzogen. Farne wuchern auf den manchmal uralten Baeumen. Trotz der Anstrengung bleibt der Zauber ungebrochen. Endlich sind wir in Tadapani, wo wir bleiben wollen. Ich kann sowieso keinen Schritt mehr gehen. Doch das Hotel ist grauslich und wir koennen nicht mehr in ein anderes, denn die Blicke der Hotelbesitzer beobachten jeden Schritt, den wir tun. Also weiter. Bergab. Es wird ein Wettlauf mit dem Regen und vor allem mit der Muedigkeit. Und wir erreichen das Ziel, ein einsam gelegenes Haus mit nur einem Zimmer mitten im Wald. Dort essen wir das beste Dal Bhat, das wir jemals bekommen haben, serviert in schwerem, wunderschoenen Messinggeschirr. Nach dem Essen gehen wir sofort ins Bett und nicht einmal das bloekende Schaf, das im Hof angeleint ist, kann uns davon abhalten sofort in tiefen Schlaf zu fallen.
Sitkyu - Birethanti. Ein Morgenkonzert von Vogelgezwitscher, Schafgebloeke und Kinderstimmen weckt uns. Es ist schwer diesen Ort zu verlassen.
In der Morgensonne verlassen wir den Wald und durchwandern das naechste Dorf. Der Weg fuehrt weiter bergab, durchquert Doerfer und Felder. Es wird heiss und heisser und wir rasten alle paar Minuten im Schatten. In Birethanti gibt es nur schreckliche Hotels, so suchen wir eines aus mit einer schoenen Terasse ueber dem Fluss. Wir feiern unsere erfolgreiche Tour und lassen unsere Abenteuer revue passieren. Es gibt Bier und Pommes Frites und anderes Knabberzeug.
Birethanti - Pokhara. Ich wache fruehmorgens mit schrecklichen Bauchkraempfen auf. Das hat mir gefehlt. Zum Glueck ist es nur eine halbe Stunde bis zur Bushaltestelle, aber die fuehrt durch die dreckigsten Strassen voll mit Eselscheisse. Die Fahrt von eineinhalb Stunden in einem Bus vollgestopft mit Einheimischen ist nicht gerade was ich jetzt brauche. Doch irgendwann endet die Reise in einem kuehlen Hotelzimmer mit einem weichen, riesigen Bett. Wir warten also auf meine Gesundung, die nicht wirklich kommen will, aber zum Glueck werden mir Pausen genehmigt und ich kann zum Pessachfest mitkommen, das am 16.4. stattfindet. 200 Israelis versammeln sich waehrend eines Gewitters unter einem bunten, nepalesischen Zelt. Ich bin dabei und geniesse die Atmosphaere, das Erzaehlen der Geschichte des Auszugs aus Aegypten, das symbolische Essen und die Lieder. Und die Nepalesen, die das Essen servieren, haben offensichtlich einen Riesenspass die fremde und seltsame Kultur zu beobachten.
So endet unsere Reise um die Anapurnas in einem froehlichen Fest! Und hier in diesem sonnigen Ort voller Gaerten geniessen wir nun ein paar ruhige Tage, bevor der Wind uns woanders hintreibt.


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